Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben. (Hermann Hesse)

Wednesday, August 12, 2009

Rio de Janeiro: Erste Eindrücke

Nachdem ich mir vorgenommen habe, endlich meinen Blog wiederzubeleben, bietet sich mein Umzug nach Rio an, mal wieder ein paar Zeilen zu schreiben.
Rio ist eine riesige Stadt (knapp über 6 Mio. Einwohner im eigentlichen Stadtgebiet) in Südamerika. Das sagt schon vieles. Die Luft ist in vielen Vierteln relativ schlecht, der Verkehr ist, naja, freundlich ausgedrückt, chaotisch und die Schere zwischen arm und reich geht extrem weit auseinander. Im Vergleich zu anderen südamerikanischen Städten ist Rio aber erstaunlich sauber, zumindest in den besseren Wohnvierteln bzw. den touristischen Gegenden wie Copacabana und Ipanema, wo ich gestern abend drei Stunden lang spazierengehen war. Und landschaftlich ist die Stadt mit Meer und Zuckerhüten natürlich überwältigend. Ich war heute mit Behördengängen beschäftigt, was wohl auch noch eine Weile dauern wird. Der gemeine brasilianische Verwaltungsangestellte schickt einen ganz gern mal kreuz und quer durch die Stadt. Auf diese Weise war ich heute zuerst auf der Uni (Ilha do Fundao), um ein Bankkonto zu eröffnen, was aber nur mit CPF (Personalausweis) und Schreiben der Policia Federal (Bundespolizei) möglich ist, dann am Flughafen bei besagter Bundespolizei zwecks Registrierung, dann in der Innenstadt bei der Receita Federal, um den Perso zu beantragen. Das geht natürlich nicht so einfach. Zuerst muss man sich seine Identität auf der Post bestätigen lassen, dann kann man online einen Termin bei der Behörde ausmachen (mehrere Tage Wartezeit). Morgen ganz früh muss ich wieder zum Flughafen, um den ausgefüllten und mit Bildern versehenen Registrierungsantrag abzugeben. Stress! Ausserdem haben wir heute noch einen wireless Router gekauft. Ohne meinen Mitbewohner und Kollegen Marcus wäre ich sicherlich aufgeschmissen, weil eigentlich niemand englisch oder spanisch spricht bzw. sprechen will. Also muss ich wohl oder übel schnellstens portugiesich lernen.
Am Abend sind wir im Stadtteil Barra da Tijuca vorbeigefahren, um der Rush Hour zu entgehen. Barra ist einer der reichsten Stadtteile, wirkt sehr amerikanisch, mit grossen Autos, grossen Malls und moderner Architektur. Daneben, links und rechts, die allgegenwärtigen Favelas. Krasser Unterschied!

Nachtrag: Heute habe ich 6-7 Stunden auf der Dienststelle der Bundespolizei gewartet, bis endlich jemand meinen Paß zwecks Registrierung abgestempelt hatte und meine Daten und Fingerabdrücke aufgenommen waren. Morgen muss ich dann zur Receita, um mein CPF zu beantragen, der Termin, den Marcus für mich ausgemacht hat, ist 10:18 Uhr, pünktlich, bzw. was man in Brasilien darunter versteht.
Ausserdem ist mir aufgefallen, daß Autos und Elektronik aller Art teurer sind als in USA und Europa (wegen der hohen Steuern wahrscheinlich) und daß das Lebensmittelangebot vergleichbar ist mit dem nordamerikanischen (z.B. weiches Brot).